Im Tal der Tränen

Absolute Beziehungstiefs durchstehen und bewältigen.

Wie kommt es zu solchen Tiefs?
Beinahe jeder hat sicher schon mal im Leben eine oder schon mehrere Beziehungen beendet. Die Gründe sind vielfältig. In der Monogamie sind es oft die Herausforderungen der ausschliessenden Treue, wenn eine neue Liebe da ist. Vor Verliebtsein ist niemand gefeit. Dort geht es dann ums Abwägen der Entweder-oder-Situation, wo es hingehen soll.

Es gibt auch durchaus noch viele andere Gründe, welche auch in polyamoren Beziehungen vorkommen. Eine Form ist eine konstante Disbalance im Nähe/Distanz-System. So gut wie jeder hat frühere Verletzungen von Verlassenheit und Überflutung erlebt, entweder eher in eine Richtung oder auch in beide Richtungen. Daraus haben wir Strategien entwickelt, um diesen unangenehmen Gefühlen aus dem Weg zu gehen.

Normalerweise gibt es dann einen neutrale Zone, wo wir uns wohl fühlen. Es kann aber sein, dass durch die Konstellation einer von beiden stets mehr Nähe wünscht und der andere stets mehr Distanz. Ausserhalb dieser Wohlfühlzone werden dann die alten Verletzungen wieder spürbar und eine Emotionalität kommt hoch. Man wird gehässig, zickig, weinerlich, grummelig, fühlt sich unwohl, will sich zurückziehen oder zieht einen bösen Streit von dannen.

Kommen solche Episoden wiederholt vor, wird jedes Mal von der Beziehungsenergie abgezogen, bis irgendwann das Konto leer ist.

Andere Trennungsgründe sind unter anderem Krankheiten, Süchte, fehlender Ausgleich, unterschiedliche Bedürfnisse und sich stark verändernde Lebensumstände.

Die Wende

Wenn eine Beziehung so weit gekommen ist, dass einer von beiden nicht mehr weiter kann, weil es emotional zu anstrengend ist, geht es darum eine Wende einzuleiten. Diese Wende kann ein Neuanfang oder eine Trennung sein.

Eine Neuausrichtung braucht viel gegenseitiges Wollen und Disziplin. Es ist äusserst komplex, die alten Muster hinter sich zu lassen und alle die Geschichten zu verdauen und zu verzeihen. Es braucht viel Zeit das Konto der Beziehung wieder aufzufüllen. Neuverletzungen in dieser Phase sind sehr heikel und kaum zu bewältigen. Doch all das Gelernte ist sehr wertvoll und gibt Sicherheit auch weitere schwere Momente gemeinsam zu durchstehen.

Auch Trennen will gelernt sein und so manche Trennung verläuft sehr schmerzhaft und mit vielen gegenseitigen Verletzungen.

Dann sind viele Tools, die auch in einer intakten Beziehung helfen, nützlich, wie: Gegenseitige Dankbarkeit, Flexibilität und Toleranz. Rituale helfen das Gute loszulassen und die Schmerzen zu lindern. Es kann auch stimmig sein, sich trotz tiefer Liebe zu trennen und in Liebe zu bleiben.

Manche Paare suchen aus guten Gründen Hilfe und Unterstützung, um solche Zeiten durchzustehen. Aus Erfahrung kommen sie eher spät und eine Neuausrichtung der bestehenden Beziehung wird dann eher schwierig.

Es kann auch sehr förderlich sein, eine Trennung zu begleiten und wohlwollend für alle zu gestalten und so für beide einen stimmigen Abschluss und ein gutes Loslassen zu ermöglichen.

Wir sind gerne für euch da, auch gerade in herausfordernden und schwierigen Zeiten.

Herzlichst
Armin Müller und Petra Benedikt

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