Die Kunst der Kommunikation oder wie du lernst miteinander im echten Austausch zu sein (Teil 1 / 2)

Wie oft reden wir aneinander vorbei?
Wie oft fühlen wir uns nicht gehört, nicht verstanden?
Wie oft weisen wir Schuld zu oder wollen Recht haben?
Wollen wir eine liebevolle, achtsame Kommunikation?

Der dienlichste Schlüssel ist der Wunsch sich mit dem Gegenüber zu verbinden, hinzuhören, nicht nur mit den Ohren, sondern auch mit dem Herzen.
Es braucht Bewusstwerdung unserer eigenen Ängste und sie zu spüren und ehrlich mitzuteilen. Das schafft Intimität und Nähe.

Wir kommunizieren nicht, wenn wir nur reden und sprechen, einander vielleicht sogar anschreien. Es geht nicht darum den anderen mit meinen Argumenten zu überzeugen, Recht haben zu wollen, meine Sicht der Dinge als wahr und richtig zu sehen und sie dem anderen aufdrücken zu wollen.
Es braucht auch aktives Zuhören, die Absicht einander zu verstehen, den anderen zu sehen in seinem Schmerz und seiner Angst.
Das ist natürlich nicht einfach, wenn wir emotional sind und das Gefühl haben, der andere versteht mich nicht. Dann finde ich auch nicht die richtigen Worte, bin verletzt oder ärgerlich. Ich habe dann den Drang meine Wut und Ärger loswerden zu wollen. Es fallen Worte wie ‚immer…‘ und ‚nie…‘. Wenn ich in der Wut bin, dann greife ich den anderen eher an, das ist dann Kampf und keine Kommunikation. Beide sprechen dann aneinander vorbei und nach dem Gespräch ist man eher noch tiefer im Gefühl drin, nicht verstanden zu sein.

Bewusstwerdung, wenn ich in den Emotionen bin
Emotionen wie Schmerz, Ängste, Wut und Ärger können schlecht zuhören. In diesem Modus ist es schwierig sich adäquat auszudrücken, bezw. den anderen zu verstehen und ihm zuzuhören. Ich verteidige mich dann und bin eher im Rechthaber-Zustand.
Bin ich gelassen genug oder eher wie ein quengelndes Kind? Will ich nur Dampf ablassen (und dabei den anderen verletzen)? Kann ich warten bis ich mich wieder etwas beruhigt habe?

In einer nahen Beziehung hat man oft den Wunsch, dass mein Gegenüber unerfüllte Kindheitsbedürfnisse stillt oder Verletzungen aus dieser Zeit heilt oder überdeckt.
Man wird ärgerlich, wenn man es dann nicht bekommt.
Der Partner ist dafür aber definitiv nicht zuständig!
Wir müssen erkennen, wann wir auf den anderen unsere Erwartungen projezieren oder welche Grenzverletzungen angetriggert werden. Sind wir dem bewusst, können wir die Gefühle zu uns zurück nehmen, weil es alte Geschichten sind und nicht aktuelle.
Im angetriggerten Zustand reagieren wir oft automatisch und mit einem Übermass an Ladung.

Sind wir auf solche Art provoziert, haben wir den Hang zu Respektlosigkeit und zerstören oft viel der Liebe zwischen uns.
Es braucht Bewusstheit und Erkennen der eigenen Themen und es ist für die Leichtigkeit im Leben unabdingbar, sich seiner Verletzungen zu widmen. Das geht leider nicht von heute auf morgen und es ist Arbeit, doch sie lohnt sich.

Es gibt ein paar Punkte, wie echte Kommunikation unterstützt werden kann.

Will ich mich mitteilen oder nur Frustration raus lassen?
Es ist zwar gut, seinem Ärger Ausdruck zu geben, doch das ist nicht Austausch.
Wahrer Austausch ist, auch den anderen dabei verstehen zu wollen. Wenn ich in Ladung bin, bin ich eher im Sendemodus, beschuldige das Gegenüber, will Recht haben. Ich komme wie ein Igel daher, mit allen Stacheln aufgestellt, die Barrieren und Schutzmauern sind aufgestellt und mein System ist im Kampfmodus. Ich bin selber nicht verletzlich und das Gegenüber verschliesst sich dann auch.

Kann ich mich verletzlich zeigen?
In der Regel kommt das zurück, was ich aussende. Wenn ich mich schützen muss, erzeuge ich Distanz, dann kann ich nicht verletzlich sein, doch ich werde dann auch nicht gesehen in meinem Schmerz, es findet keine Kommunikation statt.
Im Schutzmodus habe ich eine hohe Anspannung, ich bin misstrauisch und auf den anderen fokussiert. Die Schwerter sind gezogen und bereit Angriffe zu parieren mit Gegenangriffen. Ich will etwas bekommen vom anderen oder ihn verändern. Natürliche Reaktionen sind Kampf oder Flucht.
Erste wenn beide offen sind, Verbindung aufnehmen zu wollen, in Verbindung mit seinen eigenen Gefühlen zu sein, wird Kommunikation statt finden.
Es braucht vielleicht eine gewisse Zeit und Geduld bis wahrer Austausch möglich wird.

Will ich wirklich zuhören, den anderen verstehen?
Es braucht die Hingabe zum Zuhören, eine Bereitschaft den anderen wirklich verstehen zu wollen. Das geht nicht, wenn ich emotional bin. Ich darf mich öffnen und meine eigene Bedürftigkeit mal beiseite stellen.

Kann ich die Bedürfnisse des Gegenübers erkennen?
In einer Beziehung sind wir nicht verpflichtet, die Bedürfnisse des Partners zu befriedigen. Liebe ist, sie zu erkennen, sie zu fühlen, sie zu verstehen und den Partner damit in mein Herz zu schliessen. Ich muss nicht mein Leben für den anderen aufgeben, doch darf ich seine Bedürfnisse in mein Denken, Fühlen und Handeln mit einbeziehen. Ich trample dann nicht auf seinen Wunden Punkten herum, sondern ich bin mir dem bewusst. Liebe umfasst das ganze Gegenüber, mit seinen Ängsten, Macken, Schattenseiten, Sehnsüchten und Gewohnheiten.

Was sind meine Ängste, meine wunden Punkte?
Wenn ich meine Ängste und ihre darunterliegenden Verletzungen nicht fühle und kenne, nicht bereit bin sie ans Licht zu holen, werden Emotionen unseren Austausch sabotieren. Mein System geht in den Panikmodus und wird für Distanz kämpfen. Ich fühle mich dann nicht verstanden, falsch verstanden, respektlos und unliebsam behandelt.
Wenn ich sie aber kenne, kann mich in einer solchen Situation wieder selber beruhigen und versuchen in einen bewussten, aufrichtigen Austausch zu gehen.

Fazit:
Wir brauchen um die Liebe zu vertiefen aufrichtige und achtsame Kommunikation. Angriff und Schuldzuweisung, Rechthaberei, Vorwürfe erzeugen Verletzungen, welche auf Dauer mehr und mehr Distanz bringen, bis das System auseinander fällt. Wir müssen uns ständig bemühen, die Verbindung zwischen uns durch Verstehen und Austauschen auf der Herzebene zu nähren, damit die Liebe frei fliessen kann.

Intimer Austausch ist gegeben, wenn wir unsere Ängste kennen und sie verstehen, etwas Abstand nehmen zu ihnen und uns öffnen für die Ängste, Gefühle und Verletzungen des Partners.

Im Teil 2 geht es dann um weitere Techniken der bewussten Kommunikation.

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